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Redakteurstatut für Freie |
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05.06.2003 |
zu Redakteurversammlungen gehen und mitreden: Eines der Rechte für freie MitarbeiterInnen aus dem Redakteurstatut des WDR
Die WDR-Redakteure wählen einmal im Jahr die siebenköpfige Redakteurvertretung.
Auch Freie können zur Vermittlung bei Konflikten die Redakteurvertretung
anrufen. Die Kollegen hören sich die Geschichte an und führen
gegebenenfalls mit den darin verwickelten Redakteuren und Vorgesetzten
ein Gespräch, um eine Lösung zu finden.
Das Redakteurstatut des WDR, das diese Prozedur vorsieht, gilt auch
für freie Programm- Mitarbeiter. Darunter werden nicht nur Autoren,
Regisseure, Korrespondenten und Reporter verstanden, die für Inhalte
verantwortlich gemacht werden, sondern alle, die als Freie "unmittelbar
an der Herstellung" von Programm "mitwirken", also z.B. auch Kameraleute
und Cutterinnen.
Leider ist es nicht immer leicht, die Redakteurvertretung zu erreichen.
Weil jährlich neu gewählt wird, ist es schwer nachzuhalten, wer
denn eigentlich zur Zeit in der Redakteurvertretung ist. Denn sie hat keine
Geschäftsstelle.
Ein Versuch, über die WDR-Telefonzentrale die Redakteurvertretung
zu erreichen ergab: Die Zentrale hat zwar zwei Durchwahlnummern unter den
Stichworten Redakteurausschuss und Redakteurvertretung parat. Davon war
eine seit zwei Jahren nicht mehr aktuell, und die andere führte ins
Leere - niemand meldete sich, nur eine anonyme Ansage, die dazu aufforderte
ein Fax zu starten. Schön wäre es also auch, wenn die jeweils
gewählte Redakteurvertretung die Telefonzentrale über ihre Durchwahlnummern
informierte. Ansonsten hilft nur: Durchfragen.
Freie auf Redakteurversammlungen
Die Redakteurvertretung beruft mindestens zweimal im Jahr Redakteurversammlungen
ein (bei aktuellem Bedarf auch öfter), auf denen auch freie Mitarbeiter
betreffende Konflikte, besprochen werden können. Die Versammlungen
finden in der Regel in der WDR-Kantine statt und werden über Hörfunkleitungen
in die Aussenstudios übertragen. Programmfreien kann auf den Redakteurversammlungen
das Wort erteilt werden (ein feiner Unterschied zu einem "Rederecht"),
sie können aber nicht die Redakteurvertretung mitwählen.
Weil auf den Redakteurversammlungen grundsätzliche Fragen der
Programmplanung und einzelne Programmkonflikte mit den WDR-Chefs besprochen
werden, sind sie eine erstklassige Informationsquelle für Freie, die
sich über die Entwicklungen beim Sender auf dem Laufenden halten wollen.
Außerdem können Freie ihre Themen zum Gegenstand von Redakteurversammlungen
machen - eine Gelegenheit, die der IG-Medien-Freiensprecherrat mehrmals
genutzt hat. Dabei wurde unter anderem gesprochen über die "Prognose",
über die Handhabung der Tarifverträge und über die Tendenz,
daß Freie selbst ihre Beiträge schneiden.
Ein Problem der Redakteurversammlungen ist, daß zu ihnen oft
relativ kurzfristig eingeladen wird, und das nur per Hauspost an die einzelnen
angestellten Redakteure sowie per Aushang in Fluren und Aufzügen.
Wer als freier Mitarbeiter nicht so häufig in den Räumen des
Senders zu tun hat, erfährt also nur sehr schwer von den Terminen
der Redakteurversammlungen. Schön wäre, wenn die jeweilige Redakteurvertretung
die Versammlungstermine langfristig bekannt gibt, damit sich die Freien
darauf einstellen können und der IG-Medien-"Freibrief" die Einladung
an die Freien weiterleiten könnte.
(Auszug aus dem WDR-Dschungelbuch von Ulli Schauen, Stand Mai 2002)
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